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Warum Homo Sapiens die Krone der Schöpfung wohl nicht ewig tragen wird


Der Mensch und seine Psyche sind nicht ganz so einzigartig, wie man zunächst denken mag. Auch höher entwickelte Tiere kennen Bewusstsein, Emotionen und intelligentes Verhalten.

Sie – aber letztlich auch der Mensch – sind ganz sicher per Evolution entstanden.

Das bedeutet aber nicht, dass dazu nicht doch ein Schöpfer notwendig gewesen sein könnte, den man dann gut als » den Gott der uns erschaffen hat « bezeichnen könnte.

Soweit wir heute sehen können, hätte er uns dann indirekt geschaffen, eben dadurch, dass er das Vakuum geschaffen und die Naturgesetze in Kraft gesetzt hat, welche dann ihrerseits dazu führten, dass aus dem Vakuum heraus der dort vorhan­denen brodelnden Energie wegen zunächst Strahlung, dann auch Materie und schließlich per Emergenz und Evolution sogar Leben auf immer höherer Entwicklungsstufe entstand.

So gesehen sollte man keineswegs zwingend davon ausgehen, dass der Mensch auf immer Krone der Schöpfung sein wird.

Man kann nicht ausschließen, dass es schon in wenigen Millionen Jahren auf der Erde eine so hoch entwickelte Art bologischer Lebewesen geben könnte, dass ihnen Menschen als ähnlich primitiv erscheinen wie uns heute Hund, Katze oder Kanarienvogel im Vergleich zu uns.

Reptilien z.B. sind auch intelligent, sind evolutionstechnisch gesehen, als Art also, deutlich älter als Homo Sapiens, und doch gibt es sie – wieder nur als Art – heute immer noch. Wie aber vergleicht sich ihre Intelligenz mit der von Menschen?

Die Wahrscheinlichkeitstheorie jedenfalls lehrt uns, dass – hinreichend viel Zeit gegeben – alles, was möglich ist, auch tatsächlich eintreten wird.

Und was sind schon wenige Millionen Jahre im Vergleich zur Zeit, die die Erde noch extistieren wird?

Physik, Gott und die Welt — einige Diskussionsergebnisse


Wer sich als Nichtphysiker wünscht, zahlreiche Ergebnisse der Quantenphysik und auch der Theoretischen Physik wenigstens annähernd zu verstehen, den könnten folgende Seiten interessieren:
 

 
Wer über Themen solcher Art gerne selbst eine Diskussion mit anderen beginnen möchte, der wird mit Sicherheit Gesprächspartner finden, wenn er als Diskussions­plattform Manus Zeitforum wählt.

 

Verschieden schnell durch die Zeit reisen


Einstein sagt: Zeit ist, was man von der Uhr abliest — aber kaum zwei Uhren gehen gleich:

Sind A und B zwei Objekte, die sich treffen (Treffen 1), danach einige Zeit getrennte Wege gehen, sich aber schließlich doch wieder begegnen (Treffen 2), so werden sie fast immer in der Zwischenzeit unterschiedlich stark gealtert sein.

Das zeigt sich auf jeden Fall an mitgeführten Atomuhren gleicher Bauart: Wurden sie im Zuge von Treffen 1 synchronisiert, so werden sie bei Treffen 2 dennoch mehr oder weniger unterchiedliche Zeit anzeigen.

Ein erstes Beispiel hierfür wurde schon in Beitrag Warum die Zeit nicht wirklich existiert diskutiert.

Hier nun zwei weitere Beispiele (gefunden in Allgemeine Relativitätstheorie macht Science Fiction wahr):

  • Nach Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie wird der Fluss der Zeit auch durch die Gravitation verlangsamt. Jeder Bergmann, der in einen Schacht einfährt und nach beendeter Schicht wieder an die Oberfläche kommt, wird nach seiner Rückkehr etwas weniger schnell gealtert sein als ein oben zurückgebliebener Kollege: Da nämlich der Boden des Schachtes dem Erdmittelpunkt näher ist als der Einstieg, wirkt dort höhere Schwerkraft, und so werden die Uhren dort langsamer gehen, als an der Erdoberfläche. Natürlich wird in diesem Beispiel der Unterschied so klein sein, dass er nicht wirklich messbar ist.
     
  • Für einen Astronauten, der den Merkur besucht, wäre der Effekt schon größer. Nimmt man an, er würde erst nach 30 Jahren auf die Erde zurück­kehren, wäre er nach seiner Rückkehr zur Erde um etwa 22 Sekunden weniger gealtert als dort verbliebene Menschen. Der Grund hierfür: Merkur ist der Sonne näher als die Erde, so dass die Anziehungskraft der Sonne dort viel stärker wirkt. Hinzu kommt die im Vergleich zur Erde höhere Umlaufge­schwindigkeit des Merkur um die Sonne, die ebenfalls die Bewegung durch die Zeit verlangsamt.
     
  • Noch größere Effekte ließen sich erzielen, wenn man ein Schwarzes Loch besuchen würde: Angenommen der Astronaut würde sich mit seinem Raum­schiff bis etwa 3 cm vor den Ereignishorizont eines Schwarzen Loches mit einer Masse von etwa 1000 Sonnenmassen heranpirschen und dort 1 Jahr parken, so würde er nach seiner Rückkehr zur Erde feststellen, dass auf dort zurückgebliebenen Uhren etwa 10000 mal so viel Zeit vergangen ist wie auf seiner eigenen.

Diese Beispiele zeigen klar:

  • Je zwei Punkte (Ereignisse) der Raumzeit können durch zeitlich ganz verschieden lange Wege miteinander verbunden sein.
     
  • Einen besonders kurzen Weg zu nehmen, kommt einer Reise in die Zukunft dessen gleich, der nach gleichzeitigem Reisebeginn einen der zeitlich längeren Weg gewählt hat.

 
Interessant ist auch: Da Personen massebehaftet sind (sich also niemals ebenso schnell wie das Licht bewegen können), gibt es für sie zwischen je zwei Ereignissen, an denen sie gemeinsam teilnehmen, keinen kürzesten Weg durch die Zeit.

Über die wahre Natur von Vergangenheit und Zukunft


Theoretischen Physikern wird zunehmend bewusst, dass sie nicht wirklich wissen, wie man sich die Zeit als physikalische Realität denn nun eigentlich vorzustellen hat.

Dass wir nicht wissen, in welcher Form sie wirklich existiert, wird klar gesagt auf Seite 11 des Buches The End of Time (sein Autor, Julian Barbour, ist Zeit­forscher und als Wissenschaftler durchaus anerkannt).

Kann es also sein, dass es sich beim Begriff der Zeit nur um einen gedanklichen Hilfsbegriff handelt?

Und wenn ja, was genau sind dann Vergangenheit und Zukunft?

Erstaunlicherweise scheint die Antwort darauf einfach: Die Argumentation in [GG] nämlich legt nahe zu sagen:

Unter der Vergangenheit eines Ortes X im Kosmos versteht man genau jene Ereignisse, die — wären sie Licht — die Stelle X schon erreicht hätten (Ereignisse innerhalb des Ereignishorizonts der Stelle X).
 

Mit anderen Worten:

 
Wir sehen: Nach dieser Definition erscheint es absolut unmöglich, dass Zukunft die Vergangenheit mit gestaltet.

Vergangenheit und Zukunft (in diesem Sinne) existieren zudem real und völlig unabhänging vom Begriff der Zeit.

Dass es langsam eilt, genau zu verstehen, was Zeit denn in der Physik nun wirklich ist, belegt etwas, das Forscher an der Universität Wien über ein Experiment glauben als richtig erkannt zu haben. Anton Zeilin­ger — der Leiter dieser Forschungsgruppe — sagt darüber wörtlich: "Das bedeu­tet letztlich, dass ein Quantencomputer in der Vergangenheit mit einem Problem zu rechnen beginnen kann, von einem Input, der erst in der Zukunft existiert." [AZ]

Sollte er damit recht haben, würde die Zukunft auf die Vergangenheit Einfluss nehmen. Es wäre daher interessant zu wissen, ob Vergangenheit und Zukunft in seinem Sinne das gleiche sind wie in meinem (oben definierten) Sinn.

Im Lichte meiner Definitionen von Vergangenheit und Zukunft wäre die Zeit ein gerichteter Graph. Jeder seiner Knoten entspräche einem Ereignis, und jede Kante einem Impuls, der von der Vergangenheit zur Zukunft führt. Jeder Weg durch diesen Graph entspräche einem Pfad durch die Zeit.

Anders als im durch eine Uhr gegebenen Zeitbegriff, wäre die Zeit aber nicht mehr mit nur einem (zudem unendlich langen) Pfeil vergleichbar: Sie als 1-dimensional zu sehen, würde nur noch Sinn machen, wo es um einen Pfad durch die Zeit geht, dessen Ereignisse sämtlich durch jeweils nur einen einzigen Impuls zustande kommen.

Letzteres kann nicht der allgemeinste Fall sein, denn der Zusammenstoß zweier Elementarteilchen etwa — ein besonders dramatisches Ereignis der Physik — ist stets Endpunkt zweier Impulse (die aus verschiedener Richtung kommen und daher zwei Pfade durch die Raumzeit zusammenführen).

Bitte beachten: Ein die Raumzeit durchquerender Impuls ist mehr als eine Kante im Zeitgraphen — er projeziert sich aber darauf, wenn man die räumlichen Aspekte seines Weges ignoriert.

Das Phänomen verschränkter Quanten lässt mich fragen: Könnte es Impulse geben, die keine Energie tragen?

 
Lese auch: Was ist die Zeit?

Warum die Zeit nicht wirklich existiert


Einstein sagt: Zeit ist, was man von der Uhr abliest — aber kaum zwei Uhren gehen gleich:

Sind A und B zwei gleichzeitig (und an derselben Stelle) ins Leben gerufene Objekte, die sich anschließend weit auseinanderbewegen, jahrelang getrennte Wege gehen, sich aber schließlich doch wieder treffen, so werden sie dann fast immer unterschiedliches Alter haben.

Für den Fall etwa, dass A auf der Erde verharrt, während sein Zwillingsbruder B mit einem schnellen Raumschiff einen anderen Stern besucht und dann sofort zurück­kehrt, wird — so sagt uns Allgemeine Relativitätstheorie — wenn sie sich wieder treffen, A um Jahre älter sein als B.

Das aber zeigt deutlich: Objekte, die nicht ständig den gleichen Weg gehen, haben stets auch einen ganz individuellen Zeitbegriff (was uns nur deswegen nicht auffällt, da der Unterschied bei Objektpaaren aus unserem Alltagsleben extrem klein ist).

Man könnte jetzt meinen, dieser Unterschied im Zeitbegriff sei nur gedanklich vor­handen. Das aber ist — wie das Beispiel der Zwillinge zeigt — falsch:

Wenn sie sich nach Rückkehr von B zur Erde wieder treffen, ist für beide der zeit­liche Abstand zwischem dem Jetzt und ihrem Geburtstag ein um viele Jahre ver­schie­dener (auch wenn die beiden ihr Alter von stets mit sich geführten, völlig iden­tisch arbeitenden Atomuhren ablesen — sie werden den Unterschied sogar genau quantifiziert sehen, wenn sie sich nach Rückkehr von B nicht nur die Hände schütteln sondern zudem noch gemeinsam auf beide Uhren blicken) .

Mit anderen Worten:

Der zeitliche Abstand zwischen zwei Ereignissen ist abhängig vom Lebensweg, den A und B zwischen diesen Ereignissen gegangen sind — die Zeit als ein von konkreten Objekten unabhängiger Begriff existiert nicht (!).

Literatur: [1], [2], [3], [4] und [5]

Was aber sind dann Gegenwart und Zukunft? Die Antwort geben [A] und [B].

Ganz besonders interessant ist, dass die Begriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich gut definieren lassen ohne jeden Bezug auf den Begriff der Zeit. Siehe hierzu [VGZ].

 

Axiome – absolut oder definierend?


In der klassischen Logik und Mathematik (zurückgehend auf Aristoteles und Euklid) ist ein Axiom ein unbeweisbarer, in sich einsichtiger, unbestreitbarer Grundsatz, der als Ausgangspunkt für deduktive Systeme dient.

Moderne Grundlagenforschung aber versteht unter einem Axiom jeden beliebigen Satz, der in einem System oder einer Beweisführung als absolute Prämisse verwen­det wird.

Genauer aber gilt:

Man sollte unterscheiden zwischen definierenden Axiomen einerseits und absoluten Axiomen andererseits, denn:

  • Beispiel für ein nur definierendes Axiom ist das Parallelenaxiom Euklidischer Geometrie: Es definiert diese Geometrie (und gilt nicht in Räumen mit z.B. hyperbolischer Geometrie).
     
  • Beispiel eines absoluten Axioms ist der Satz vom Widerspruch (d.h. die Gültigkeit des Prinzips indirekter Beweisführung in der Mathematik).

 
Absolute Axiome sind Grenzen menschlichen Denkens, wohingegen definierende Axiome lediglich Grenzen eines gedanklichen Modells darstellen.

Dies zu berücksichtigen wird wichtig, wo man versucht, über die Grenzen moderner Theoretischer Physik nachzudenken (siehe z.B. Extrapolierende Physik und ihre Kernfrage).

 
Letztendlich sind alle Axiome nur Prämissen, von deren Gültigkeit wir ausgehen. Einige absolut zu nennen betont aber, dass wir uns (derzeit wenigstens) zu ihnen keine Alternative vorstellen können: Wir sehen sie als immer und überall gültiges Naturgesetz — ob sie es wirklich sind, bleibt offen.

Selbst wenn wir damit recht haben sollten — und insbesondere dann — können wir uns dessen dennoch niemals sicher sein: Ob nämlich, was Menschen jemals ent­decken oder erahnen können, mehr als nur einen Spezialfall im allumfassenden Kosmos darstellt, ist prinzipiell unentscheidbar (siehe hierzu Brian Greene: The Hidden Reality, Vintage Books, 2011).