Monthly Archives: August 2012

Mit weniger Aufwand erfolgreicher lernen


Während meiner Schulzeit fiel mir immer wieder auf, dass ich in Prüfungen besonders dann erfolgreich war, wenn ich mir

  • am Abend vor dem Prüfungstag nochmals ganz intensiv alles Wichtige angesehen hatte
  • am Prüfungstag selbst aber NICHT mehr versucht hatte, mir das Gelernte nochmals ins Gedächtnis zu rufen (oder gar nochmals irgendwelche Unter­lagen zu konsultieren).

Psychologen aus Sidney berichten jetzt Ähnliches. Sie beobachteten:

Lernen OHNE Pause ist WENIG effektiv.

Ursache hierfür ist offenbar, dass unser Gehirn erst während hinreichend langer Pausen den Inhalt unseres Kurzzeitgedächtnisses ins Langzeitgedächtnis trans­feriert (und dort sozusagen einbrennt):

31 Studenten aufgeteilt in 3 Gruppen hatten 2 Lerneinheiten zu bewältigen:

  • Gruppe 1 ohne Pause,
  • Gruppe 2 mit einer einstündigen Pause,
  • Gruppe 3 absolvierte nur eine Lerneinheit.

Am Tag darauf gab die Gruppe ohne Pause viel weniger richtige Antworten als Studenten aus Gruppe 2 oder 3.

Dieser Unterschied war nicht auf Ermüdung zurückzuführen (die Re­aktions­zeit der Studenten hatte sich während des Versuches nicht verschlech­tert).

Quelle: SZ vom 16.8.2012

 

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Verschieden schnell durch die Zeit reisen


Einstein sagt: Zeit ist, was man von der Uhr abliest — aber kaum zwei Uhren gehen gleich:

Sind A und B zwei Objekte, die sich treffen (Treffen 1), danach einige Zeit getrennte Wege gehen, sich aber schließlich doch wieder begegnen (Treffen 2), so werden sie fast immer in der Zwischenzeit unterschiedlich stark gealtert sein.

Das zeigt sich auf jeden Fall an mitgeführten Atomuhren gleicher Bauart: Wurden sie im Zuge von Treffen 1 synchronisiert, so werden sie bei Treffen 2 dennoch mehr oder weniger unterchiedliche Zeit anzeigen.

Ein erstes Beispiel hierfür wurde schon in Beitrag Warum die Zeit nicht wirklich existiert diskutiert.

Hier nun zwei weitere Beispiele (gefunden in Allgemeine Relativitätstheorie macht Science Fiction wahr):

  • Nach Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie wird der Fluss der Zeit auch durch die Gravitation verlangsamt. Jeder Bergmann, der in einen Schacht einfährt und nach beendeter Schicht wieder an die Oberfläche kommt, wird nach seiner Rückkehr etwas weniger schnell gealtert sein als ein oben zurückgebliebener Kollege: Da nämlich der Boden des Schachtes dem Erdmittelpunkt näher ist als der Einstieg, wirkt dort höhere Schwerkraft, und so werden die Uhren dort langsamer gehen, als an der Erdoberfläche. Natürlich wird in diesem Beispiel der Unterschied so klein sein, dass er nicht wirklich messbar ist.
     
  • Für einen Astronauten, der den Merkur besucht, wäre der Effekt schon größer. Nimmt man an, er würde erst nach 30 Jahren auf die Erde zurück­kehren, wäre er nach seiner Rückkehr zur Erde um etwa 22 Sekunden weniger gealtert als dort verbliebene Menschen. Der Grund hierfür: Merkur ist der Sonne näher als die Erde, so dass die Anziehungskraft der Sonne dort viel stärker wirkt. Hinzu kommt die im Vergleich zur Erde höhere Umlaufge­schwindigkeit des Merkur um die Sonne, die ebenfalls die Bewegung durch die Zeit verlangsamt.
     
  • Noch größere Effekte ließen sich erzielen, wenn man ein Schwarzes Loch besuchen würde: Angenommen der Astronaut würde sich mit seinem Raum­schiff bis etwa 3 cm vor den Ereignishorizont eines Schwarzen Loches mit einer Masse von etwa 1000 Sonnenmassen heranpirschen und dort 1 Jahr parken, so würde er nach seiner Rückkehr zur Erde feststellen, dass auf dort zurückgebliebenen Uhren etwa 10000 mal so viel Zeit vergangen ist wie auf seiner eigenen.

Diese Beispiele zeigen klar:

  • Je zwei Punkte (Ereignisse) der Raumzeit können durch zeitlich ganz verschieden lange Wege miteinander verbunden sein.
     
  • Einen besonders kurzen Weg zu nehmen, kommt einer Reise in die Zukunft dessen gleich, der nach gleichzeitigem Reisebeginn einen der zeitlich längeren Weg gewählt hat.

 
Interessant ist auch: Da Personen massebehaftet sind (sich also niemals ebenso schnell wie das Licht bewegen können), gibt es für sie zwischen je zwei Ereignissen, an denen sie gemeinsam teilnehmen, keinen kürzesten Weg durch die Zeit.