Monthly Archives: February 2012

Eine Frage an alle Deutschlehrer an Gymnasien


Zunächst drei Beobachtungen:

  • Meine Karriere als Software-Entwickler begann damit, dass ich (in Zusammen­arbeit mit einem damals ebenfalls noch wenig erfahrenen Kollegen) Problem­analyse und Sollkonzept für die Migration einer umfangreichen Software-Anwendung auf neue Technologie zu schreiben hatte.

    Nachdem wir beide nicht recht vorankamen, beschlossen wir, jede Woche unter uns das Thema zu tauschen und nicht böse zu sein, wenn dann der jeweils andere unseren Text – und sei es nur seiner Formulierung nach – mehr oder weniger gravierend abändern würde.

    Von diesem Zeitpunkt an, machte unsere Arbeit schnelle Fortschritte.

  • Ein zweites Schlüsselerlebnis meiner Karriere war die Einsicht, dass es auch für Ingenieure, die ja recht technisch orientiert sind, extrem wichtig ist, klar, flüssig und schnell Aufsätze schreiben zu können, die gut modularisiert sind: eben so, dass jeder Leser schnell den Teil findet, der ihn gerade interessiert.

    Zudem müssen solche Abhandlungen so formuliert sein, dass es für andere Personen einfach wird, das entsprechende Dokument ohne Hilfe seiner ur­sprünglichen Autoren zu aktualisieren und fortzuschreiben – und das auch noch ganz unabhänging von seiner Länge (wir reden hier von Papieren, die typischerweise zwischen 10 und 200 Seiten umfassen).

    Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie wenige meiner Kollegen wirklich gelernt hatten, Texte so zu gestalten oder wenigstens Freude daran zu haben, über­haupt anderes als nur Code zu schreiben: Viele Programmierer – und leider auch solche mit Hochschulabschluss (!) – wirken in dieser Hinsicht fast wie Behinderte.

  • Seit etwa zwei Jahren publiziere ich im Internet. Hierbei – so wird mir mehr und mehr bewusst – ist es noch viel wichtiger, gelernt zu haben, jeden Aufsatz in kleine, einzeln für sich lesbare Teile zu zerlegen: in Seiten, die möglichst kurz, aber dennoch aussagekräftig und lesenswert sind.

    Zu unserem Glück hilft hierbei etwas, das es im klassischen Aufsatz nicht gibt: die Möglichkeit nämlich, Details der diskutieren Inhalte über Hyperlinks einzu­binden.

So zu schreiben, wie diese drei Beobachtungen als erstrebenswert — ja sogar als heute notwendig — nahelegen, lernt man sicher nicht über Deutschunterricht, wie ich ihn vor nunmehr gut 40 Jahren erlebt habe.

Deshalb meine Frage an alle Pädagogen: Wie tragen Deutschlehrer dieser neu entstandenen Anforderung heute Rechnung? Tun sie es überhaupt? Wenn ja, mit welcher Gewichtung?

Sollte man nicht wenigstens alle Schüler in der Oberstufe zwingend einen Kurs durch­laufen lassen, der ihnen die oben diskutierten Erkenntnisse präsent macht und ihnen hilft, sie einzuüben?

Und wäre es nicht zudem gut, wenn heute bei der Benotung von Facharbeiten mit berücksichtigt würde, in welchem Ausmaß es dem Schüler gelang, sein Werk hin­reichend ansprechend und leserfreundlich im schuleigenen Webauftritt zu präsen­tieren? Solche Publikation – komplett oder auszugsweise – sollte in meinen Augen zur Pflicht werden.

Für Rückmeldungen zu diesen Gedanken – seitens der Lehrer, aber auch seitens interessierter Schüler – wäre ich dankbar.

 

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How to achieve Process Automation . . .


Workflow automation has a history going back to 1990. For nearly 15 years however most projects failed.

This started to change after BPEL was invented.

The final breakthrough came with BPMN — a graphical notation for specifying work­flows which can then be implemented automatically on top of BPEL (or now also any other mechanism — the need to insist on BPEL is gone as long as you use products that are able to import BPMN compatible process specifications created with the help of a wide range of competing products).

But be warned: This is not to say that it has become easy to successfully implement process automation. If you are about to start a corresponding project, it might help first to read The Promise of Workflow Automation: Points of Failure, and how to Realize the Promise (2012).

Quite a good yardstick for what typical tools in 2012 can do for you is certainly BizAgi’s BPM Suite.

 

Software Tester’s Core Knowhow


People who want to do software test the right way, especially those who are responsible for Test Automation or Managing a Team of Software Testers, might be interested in looking up Software Tester’s Core Knowhow (2 articles in English, many more in German).

For reducing the danger of Costly Automation Failures I recommend to read first what Carl Nagle is telling us about Test Automation Reality.

 

Albert Einstein und Karl-Theodor zu Guttenberg


Wer 2011 mit Entsetzen und Sprachlosigkeit verfolgt hat, wie sich damals nicht nur zahlreiche Politiker — allen voran der von mir bis dahin hoch geschätzte Jürgen Trittin — als Hüter aller Ehrlichkeit aufgespielt haben mit dem bösen Hintergedan­ken, so einen erfolgreichen Kollegen demontieren zu können (ohne jede Rücksicht darauf, wie sehr sie ihn dadurch als Person beschädigen), der lese meinen kurzen Artikel Albert Einstein und Karl-Theodor zu Guttenberg.

Vielleicht relativiert sich dann einiges …